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Game of Glens

Game of Glens – Screenshot zur Collective Kampagne

CrowdFundBeat.de Eric Schreyer, 29.01.2014 – Game of Glens: 32 Prozent Ja / 68 Prozent Nein. Daraus folgt: Keine Kampagne auf Indiegogo. Stimmberechtigt ist die Crowd. Ort des Geschehens: Collective, eine neue Plattform von Square Enix, die es Spieleentwicklern ermöglicht, ihre Ideen und Konzepte den künftigen Nutzern zu präsentieren, bevor eine Crowdfunding Kampagne gestartet werden kann. Auch wenn es schwerfällt, aber Ruffian Games ist angesichts der deutlich ablehnenden Haltung der Gamer Community gut beraten, die Finger von Game of Glens zu lassen. Welche Motive es für die hohe Anzahl der Nein-Stimme gibt, bleibt unklar. Entweder ist die neue Spielidee langweilig, oder sie ist nicht wirklich neu. Möglicherweise befürchten die Gamer sogar, dass Ruffian Games gar nicht dazu in der Lage ist, das Spiel marktreif auszuliefern. Womit wir bei einem großen Problem sind, das vor allem Kickstarter einiges an Kopfzerbrechen bereitet.

“Die meisten Kickstarter-Spiele halten das von den Entwicklern angekündigte Release-Datum nicht ein”, sagt Florian Preisser von areagames.de. Er bezieht sich auf eine Studie von UnSub. Danach sind von allen zwischen 2009 und 2012 auf Kickstarter erfolgreich gefundeten Spielen – immerhin 302 Kampagnen – nur 37 Prozent ausgeliefert worden. Dabei ist diese Zahl noch statistisch geschönt, denn die Auslieferungsquote ist im Laufe der Zeit drastisch gesunken. 2012 wurden nur 33 von 207 Spielen fertig, das sind 16 Prozent. Manche Entwickler versuchen, ihre Geldgeber durch eine schnell zusammengeschusterte erste Episode oder mit einer Alpha-Ausgabe bei Laune zu halten. Viele Unterstützer verlieren jedoch schnell die Geduld und stornieren ihre Kreditkartenzahlungen, wodurch Kickstarter ein nicht unbeträchtliches Forderungsrisiko hat, falls der Projekteigentümer zahlungsunwillig ist oder selbst beim besten Willen das erhaltene Geld nicht zurück bezahlen kann.

Indiegogo will diesen ganzen Ärger vermeiden und hat sich Square Enix ins Boot geholt, einem der weltweit führenden Anbieter digitaler Unterhaltungsmedien. Auf der neuen Plattform Square Enix Collective entscheidet die Schwarmintelligenz über das Schicksal neuer Spielekonzepte. Entwickler, die nach 28 Tagen mehr Ja- als Nein-Stimmen für ihr Konzept bekommen, dürfen in die nächste Runde. Wenn klar ist, dass die Community das Projekt unterstützt, kommt eine weitere Hürde. Das Team von Collective ermittelt durch eine Due Diligence, ob die Entwickler überhaupt die Expertise und die Ressourcen haben, um aus der bloßen Idee ein marktreifes und pünktlich ausgeliefertes Spiel zu machen. Collective hilft mit seiner ganzen Erfahrung bei der Planung der Kapazitäten und der Finanzierungsmittel. Schließlich soll das Fundinglimit zur Gesamtfinanzierung des Spiels ausreichen.

Für Spieleentwickler ist das eine mühsame Prozedur. Wer durchkommt, hat aber mehr oder weniger einen Sechser im Lotto: Square Enix nimmt das Spiel in seinen weltweiten Vertrieb auf und sorgt für ein professionelles Marketing. Diese Partnerschaft zwischen Square Enix und Indiegogo ist eine hervorragende Idee. Nicht zuletzt deshalb, weil endlich mal die Schwarmintelligenz zu ihrem Recht kommt.

Collective

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