Seedmatch – Auf das Scheitern von Startups klug reagiert!

Seedmatch - Auf das Scheitern von Startups klug reagiertCrowdFundBeat.de Eric Schreyer, 19.02.2014 – “Nun ja, eine Insolvenz geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei. Einerseits ist man traurig, dass man es nicht geschafft hat, das Geschäftsmodell erfolgreich am Markt zu etablieren und dann stellt man sich die Frage, was hätte man besser machen können”, sagt Jan Stütz von BluePatent im Interview mit SEEDMATCH, auf deren Plattform das Unternehmen im November 2011 sein Crowdfunding erfolgreich beendet hatte. Zu den Insolvenzursachen befragt, antwortet er: “Am Ende war es ein Sonderkündigungsrecht eines Investors bezüglich seines Darlehensvertrags. So wurden auf einen Schlag 100.000,- € innerhalb von 10 Tagen zur Rückzahlung fällig, das konnten wir nicht aufbringen. Allerdings muss man zugeben, dass das Unternehmen bis dahin auch nicht die geplanten Umsätze erzielt hat.”

Das vollständige Interview ist im Blog von SEEDMATCH nachzulesen. Eine gute Reaktion von SEEDMATCH. Je mehr Details veröffentlicht werden, desto geringer ist der Spielraum für Mutmaßungen. Wir alle wissen aus unserem Alltag, dass Insolvenzen ein Teil des Wirtschaftslebens sind, siehe Praktiker und Max Bahr. Zuweilen machen Anleger ihrem Ärger Luft und ziehen vor Gericht, so geschehen bei TelDaFax. Beim Crowdinvesting kommt neben dem Verlust des investierten Geldes ein weiterer Aspekt hinzu: Wer eine Crowdinvesting-Kampagne unterstützt, gehört zur Community des Unternehmens und baut eine emotionale Bindung auf. Man fiebert mit und saugt jede Neuigkeit begierig auf. Häufig sind diese Investoren Early Adopter, die vom Produkt oder der angebotenen Leistung begeistert sind und ihren Teil beitragen, dass die Idee Wirklichkeit wird. Sie sind also nicht nur Geldgeber, sondern meistens auch Kunden des Unternehmens. Der eine oder andere hat vielleicht sogar durch Rat und Tat zur Verbesserung des Geschäftsmodells beigetragen.

Crowdinvesting ist sehr jung und es wird Jahre dauern, um das nötige Vertrauen aufzubauen, damit breite Anlegerkreise und die mittelständische Wirtschaft diese Anlage- beziehungsweise Finanzierungsform akzeptieren. Bei einer Insolvenz ist zunächst die Plattform gefragt, die das Crowdinvesting vermittelt hat. Das ist für jeden Investor die erste Anlaufstelle. Die entsprechenden Investorenbereiche bieten einen Raum für den Informations- und Gedankenaustausch. Aber damit ist es nicht getan. Die am Crowdfunding interessierte Öffentlichkeit, potenzielle Investoren und Gründer, wollen auch wissen, was schief gelaufen ist. Die Öffentlichkeit von diesen lehrreichen Erfahrungen auszuschließen, ist der falsche Weg. Tamo Zwinge von COMPANISTO irrt, wenn er in den Kommentaren zur Pleite von SporTrade antwortet: “Die von Dir angesprochenen Themen sind eine Sache zwischen den Investoren von sporTrade und sporTrade. Ein Crowdinvesting durchzuführen bedeutet nicht, dass alles immer in der gesamten Öffentlichkeit diskutiert werden muss. Dann würde Crowdinvesting nicht funktionieren.”

Wie sehr das Scheitern von Startups polarisiert, zeigt die aufgeregte Diskussion um Michael Krokers Artikel, wonach in der Berliner Startup-Szene die “Party vorbei ist”. Sein WiWo-Kollege Jens Tönnesmann springt ihm bei und titelt “Einseitig, wenig fundiert, verantwortungslos?“. Damit liefert Tönnesmann im Umkehrschluss den roten Faden, wie Plattform-Betreiber zeitnah über Pleiten informieren sollten: beide Seiten anhören, Tatsachen vermitteln und bei alledem Verantwortungsgefühl gegenüber den Betroffenen zeigen. Wer beim Crowdfunding auf Emotionen setzt, muss Empathie aufbringen, wenn es schief läuft!

SEEDMATCH: BluePatent hat den Geschäftsbetrieb eingestellt

COMPANISTO: Kommentare zur Insolvenz von SporTrade

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