Entweder Hype oder Rehype!

Rehype ist die zweite Chance

Preview der Startseite von rehype.it, beta-Version. Foto: rehype.it

CrowdFundBeat.de Eric Schreyer, 23.03.2014 – Was kommt nach dem Scheitern? Auf diese Frage gibt es jetzt mehr als nur eine tröstende Antwort: rehype.it. In zwei Wochen startet rehype einen Marktplatz, auf dem Apps, Brands, Sideprojects oder sogar Unternehmen als Ganzes zum Kauf angeboten werden können. Ist das Geschäftemacherei oder eine zweite Chance? CrowdFundBeat.de im Gespräch mit Katharina Lewald, Head of Communications.

 

CrowdFundBeat.de:  Was darf man bei Rehype nicht verpassen?

Katharina Lewald: rehype.it ist ein Marktplatz für Internetprojekte und Applikationen. Da rehype.it der erste Marktplatz seiner Art in Deutschland sein wird, ist das allein schon ein Grund um rehype.it auf keinen Fall zu verpassen – egal, ob man ein Projekt verkaufen oder Projekte (dazu-)kaufen möchte.

Also nicht für Gegenstände, wie Büromöbel, PCs und so weiter?

Nein, keinesfalls. Rehype.it ermöglicht es beispielsweise insolventen Startups ihre Assets, wie zum Beispiel Apps, Domains oder Brands, zu verkaufen und somit ihren Projekten eine zweite Chance zu geben. Ebenfalls gilt das für Sideprojects, die “liegen geblieben” sind. Außerdem kann man auch ganze Unternehmen über rehype.it verkaufen oder Co-Gründer über rehype.it finden.

Insolvenzmasse wird durch den Insolvenzverwalter verkauft oder versteigert. Er ist Euer schärfster Konkurrent!

Wir haben einen IT- und Softwaregutachter, sowie auch Forensiker an Board. Und unser Direktvertrieb wird sich mit Insolvenzverwaltern zusammentun. Das Problem ist hier, dass die Insolvenzverwalter, wie auch oft die Gerichte, gar nicht in der Lage sind den Wert einer Programmierung einzuschätzen.

Ihr erwartet also, generell höhere Verwertungserlöse erzielen zu können als der Insolvenzverwalter?

Eine Garantie gibt es natürlich nie. Aber aufgrund unserer Erfahrungswerte sind höhere Verkaufserlöse wahrscheinlich.

Kauft Rehype direkt an oder seid Ihr Vermittler?

Wir sind eine Vermittlungsplattform, welche durch entsprechende Marketing-Maßnahmen eine erheblich höhere und zielgerichtetere Reichweite erzielen wird als sonstige vergleichbare, nicht auf das Thema spezialisierte, Plattformen.

Wie soll das praktisch ablaufen? Veröffentlicht Ihr auf Rehype die zum Verkauf stehenden Dinge und hofft, dass sich ein Käufer findet?

Das Ganze wird so ablaufen, dass Projekte bei uns eingereicht werden können. Diese werden von unserem Support- und Spezialistenteam überprüft. Hier wird beispielsweise untersucht, ob es sich um ein real existierendes Projekt handelt und nicht um irgendein gekauftes Klon-Script. Diese Assets bereiten wir in einer wunderschönen Detailansicht auf und liefern hier somit den Interessenten einen Überblick über die zur Disposition stehenden Assets, wie beispielsweise Brands, Domains oder Quellcodes.

Also eine App würde von Euch eingestellt werden und nicht vom Verkäufer!

Die Parameter und Inhalte werden durch uns überprüft und freigegeben. Natürlich kommen die Informationen über das zu verkaufende Projekt vom Verkäufer, über die Eingabe in unser Übermittlungssystem.

Was unterscheidet rehype.it von eBay?

Wir sind keine Auktionsplattform oder dergleichen. Ferner: Schaut man sich die ca. 4.500 bei eBay gelisteten Webseiten und Internetprojekte an, so erkennt man schnell – ohne hier eBay schlecht machen zu wollen – dass hier a) keine Qualitätsprüfung stattfindet und b) auch nicht wirklich hohe Verkaufserlöse zu erzielen sind

Bezahlt der Käufer an Euch oder direkt an den Verkäufer?

Käufer und Verkäufer machen den Deal untereinander aus.

Für gescheiterte Startups eine zweite Chance durch Rehype

Tom Schneider, einer der Gründer von rehype.it. Foto: rehype.it

Wie hoch ist die Provision für rehype? Gibt es außerdem Gebühren?

Nach einer 90-tägigen, kostenlosen Testphase, die Anfang April startet, wird das Einreichen eines Projekts einmalig € 99  kosten. Käufer, die auf rehype.it Assets einkaufen möchten, werden für den Zugang monatlich eine kleine Summe zahlen, die bei um die € 5 liegen wird. Der Kauf eines Projekts findet über ein internes Messaging-System direkt zwischen Verkäufer und Käufer statt. Bei einem Verkaufspreis von bis zu € 100.000  erhält rehype.it 10 Prozent Provision für die Vermittlung. Bei Projektverkäufen, die über € 100.000 liegen, liegt die Provision bei 6 Prozent oder wird individuell vereinbart.

Welche Bezahlsysteme bietet rehype.it an?

Katharina Lewald: Da wir uns zunächst auf Deutschland konzentrieren, bieten wir die gängigen Zahlungsmodelle wie Paypal-Zahlung oder Kreditkarte an. Gewerbekunden können die Einstell-Gebühren und, bei Verkauf, auch die Verkaufsprovision via ordnungsgemäßer Rechnung begleichen.

Wieviel Käufer werden unmittelbar nach dem Launch registriert sein?

Das bisherige Interesse ist groß. Allerdings wollen wir keine Vorhersagen treffen, da uns dies unseriös erscheint.

Wenn in der ersten Woche nur ein oder zwei Käufer registriert sind, werden die Verkaufsinteressenten nicht wiederkehren!

Das ist natürlich ein Entwicklungsprozess. Vergleichbare Projekte in den USA, auch wenn Deutschland damit nicht vergleichbar ist, sind überaus erfolgreich. Daran möchten wir gerne anknüpfen.

Welche Vorbilder habt Ihr?

Vorbilder im engeren Sinne gibt es nicht. Wir vertrauen auf unsere Erfahrungswerte im Unternehmensaufbau. https://www.sideprojectors.com ist zum Beispiel ein vergleichbares Geschäftsmodell aus den Vereinigten Staaten.

Die Webseite von rehype.it sieht nicht aus wie ein Marktplatz. Worauf dürfen wir uns freuen?

Derzeit ist unter rehype.it ja nur eine Prelaunch-Seite vorgeschaltet. Richtig eröffnet wird der Marktplatz Anfang April – siehe Countdown.

In welchem Zeitpunkt sollte man Kontakt zu rehype.it aufnehmen?

Wir konzentrieren uns, wie bereits am Anfang gesagt, nicht nur auf insolvente Startups. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum man sich von Projekten trennt. Beispiel: Gründer gehen auseinander, Missmanagement, fehlende Erfahrungswerte im Vertriebs- und Unternehmensaufbau. All diese Gründe können dazu führen, dass ein Projekt veräußert wird.

Wie wird Rehype finanziert?

Rehype.it ist zu 100 Prozent eigenfinanziert.

Wer sind die Gründer, welchen Hintergrund haben sie?

Einer der Gründer ist Tom Schneider, der mit einer Vielzahl an Unternehmungen und Plattformen erfolgreich unterwegs ist, sowie Stefan Brettschneider, der seit über 20 Jahren im Bereich der Projektentwicklung auch auf einen interessanten Weg zurückblicken kann.

Bitte nenne uns ein Unternehmen von Tom Schneider

Autobax, eines der größten Autoportale in der Schweiz zum Beispiel. Oder RankCaptain, ein sehr erfolgreiches Online Marketing-Tool.

Hast Du etwas Konkretes zu Stefan Brettschneider?

Stefan Brettschneider ist der Geschäftspartner von Tom Schneider und begleitet diesen bei der Umsetzung der soeben genannten Projekte.

Welche Frage haben wir vergessen?

Wie wollt ihr mit dem Thema Scheitern umgehen? Das könnte eine gute Frage sein. Denn aus unserer Sicht ist es in Deutschland ein Tabuthema, zu scheitern. Doch durch das Scheitern kann man auch wachsen. Und fast immer wird vergessen, dass der Misserfolg eines Projekts ganz unterschiedliche Ursachen haben kann. Daher wollen wir zukünftig auch dem Tabuthema Scheitern den Kampf ansagen und in der Öffentlichkeit dafür werben, das Scheitern als Chance zu betrachten.

Rehype will sich am Unglück anderer Menschen bereichern!

Rehype.it soll dazu dienen, Projekten eine zweite Chance zu geben und somit zur Schadensbegrenzung der Beteiligten beitragen.

Kann Rehype  bei einer geordneten Liquidation, also zur Vermeidung einer Insolvenz, helfen?

Wir sind lediglich eine Plattform, bei der man Projekte – aus welchen Gründen auch immer – veräußern kann. Wir geben keine Rechtsberatung und auch sonst keine Empfehlungen zur Geschäftstätigkeit ab. Wenn ein Geschäftsführer die rechtlichen Anforderungen einhält, hinterfragen wir nicht, ob die Gesellschaft in Insolvenz ist oder kurz davor. Der Veräußernde muss uns lediglich garantieren, hinsichtlich unserer AGB, dass die zu veräußernden Assets frei von Rechten Dritter sind.

REHYPE

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