Was einer alleine nicht schafft

Was einer alleine nicht schafftCrowdFundBeat.de Eric Schreyer, 17.04.2014 – “Was einer alleine nicht schafft, erreichen viele gemeinsam”. Oder wie es die Berliner taz in ihrem Blog der CrowdfunderInnen ausdrückt: “Wir wollen wenig, aber von Vielen”. Beide Zitate drücken den  Genossenschaftsgedanken aus, für den verschiedene Prinzipien charakteristisch sind: Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung, Prinzip der Förderung von Mitgliedern, Demokratieprinzip – ein Mensch, eine Stimme -, Identitätsprinzip –  Kapitalgeber = Beschäftigte . Weitere Grundsätze: Solidarität und Dezentralität. Mit seiner Orientierung auf die Gemeinschaft, auf Solidarität sowie auf die Abkehr von der herrschenden Marktlogik hat der Genossenschaftsgedanke eine große Schnittmenge mit der Idee des Crowdfunding.

Beim Crowdfunding finden sich die Geldgeber allerdings nur informell zusammen, sie haben keine formale genossenschaftliche Organisation. Aber der Ort, an dem ein Crowdfunding vermittelt wird, eignet sich besonders gut als Genossenschaft. Deshalb überrascht es nicht, dass es gerade die Volksbanken sind, die sich die Idee des Crowdfunding zu eigen machen. Vorreiter war die auch ansonsten innovative Volksbank Bühl mit “Viele schaffen mehr”. Gefolgt sind die Genossenschaftsbanken in Kaiserslautern, im Mindener Land und in Köln.  Die Kölner Bank besinnt sich dabei nicht nur auf ihre genossenschaftlichen Wurzeln, sondern auch auf die Tradition der heimischen Mundart: “Alle zesamme” heißt ihre Crowdfunding-Plattform. Michael Schiefer, Leiter Marktmanagement der Kölner Bank e.G.:

“Das sind häufig die kleinen, nachbarschaftlichen Initiativen aus den Veedeln. Diese Projekte unterstützen wir dieses Jahr nicht nur durch unsere Spenden, sondern auch durch all-zesamme.de. Wir fordern die Kölnerinnen und Kölner auf, gemeinnützige Projekte auf der Plattform einzustellen oder in Ihrer direkten Nachbarschaft zu fördern.”

Politische Bedeutung

Genossenschaften sind ein Ort des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements und der demokratischen Entscheidungsfindung und tragen allein dadurch zur politischen Kultur bei. Neben der Verfolgung der Eigeninteressen ihrer Mitglieder können sie auch wichtige Funktionen für die Gesellschaft übernehmen, wenn sie z. B. zur sozialen Integration beitragen, die Stadtentwicklung mitgestalten oder die Ökologisierung der Energieversorgung vorantreiben. Diese Gemeinwohlorientierung ist nicht selbstverständlich, folgt aber oft aus dem “Geist”, in dem Genossenschaften gegründet werden. Ihre Bedeutung liegt aber auch darin, dass sie punktuell den Ausstieg aus der Marktlogik vollziehen. Sie befreien damit ihre Mitglieder von ökonomischen Zwängen und erweitern ihren Handlungsspielraum (Heinrich-Böll-Sitftung).

Crowdfunding zur Stadtentwicklung: Pader Crowd

Tags: , , ,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *


Parse error: syntax error, unexpected ';' in /home/content/68/10442368/html/de/wp-content/themes/magazine-basic/footer.php on line 6