TID Crowdfunding. Ein Erfahrungsbericht.

Erfolgreiches Crowdfunding für einen Dokumentarfilm

Bildschirmfoto aus dem Trailer

CrowdFundBeat.de Eric Schreyer, 07.05.2014 – Flüsse verbinden. Die Donau ganz besonders. Zehn Länder liegen an ihren Ufern: Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine. Zur Ukraine liest man bei Wikipedia: “Kurz hinter der Mündung des Pruth bildet der Fluss die Grenze zwischen Rumänien auf dem rechten Ufer und der Ukraine. Die bedeutendsten ukrainischen Städte an der Donau sind Ismajil, Kilija sowie Wylkowe, wo der Bystre-Kanal beginnt. ” In unseren Tagen hat die Donau also durchaus auch eine politische Bedeutung. Eigentlich ist das aber schon lange so, jedenfalls für einen kleinen Kreis von Extremsportlern. Seit mehr als 60 Jahren gibt es ein europäisches Projekt, das in seinem Bestreben nach Völkerverständigung sogar den Eisernen Vorhang überwunden hatte.

Tour International Danubien

Seit 1956 wird auf der Donau mit 2.516 Kilometern die längste Kanu- und Ruderwanderfahrt der Welt veranstaltet, die Tour International Danubien (TID). Zur politischen Bedeutung der Tour sagt der Veranstalter: “Gegenseitiges kennenlernen, akzeptieren des Lebens sowie der Kultur anderer Staatsbürger ohne Rücksicht auf ihre politischen, weltanschaulichen, religiösen oder sonstigen Unterschiede. Es sollen Freundschaften geknüpft, die Solidarität zwischen Wassersportfreunden und Bürgern unterschiedlicher Länder gestärkt und damit Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern insbesondere der Donauländer gefördert werden.”

Crowdfunding zur Dokumentation der TID 2013

Trotz ihres politischen Stellenwertes und einer langen Tradition ist die TID weithin unbekannt. TID Neuling Rainer Remsing hat in den Kajak-Tagebüchern seine bei der TID 2013 gesammelten Eindrücke sehr ausführlich aufgeschrieben und mit einigen Fotos illustriert. Er schreibt: “Der Tag meiner Anreise ist Freitag. Die 58. TID soll, nach ihrer offiziellen Eröffnung am Samstagabend, Sonntagfrüh losgehen. So habe ich viel Zeit, meine ersten Eindrücke noch am Trockendock zu sammeln. Das erste, was mir auffällt, ist, dass die TID zum großen Teil aus „Alten Hasen“, natürlich auch Häsinnen, besteht, die einander oft schon seit Jahrzehnten kennen. Manche von ihnen kommen zur Eröffnung nach Ingolstadt, ohne anschließend mitzufahren, nur um alte Bekanntschaften aufzufrischen. Manche sind bei der Eröffnung dabei und steigen erst später auf einer Teilstrecke durch irgend ein südöstliches Land ein. Ich treffe PaddelkollegInnen, die schon seit mehr als 20 Jahren dabei sind.”

2013 war auch der Leipziger Historiker, Germanist und Autor Daniel Weißbrodt mit von der Partie. Er hat nicht nur die Tour gefilmt, sondern mit zehn Teilnehmern auch kurze Interviews geführt: “Es sind Männer und Frauen, jüngere und ältere Menschen, Deutsche, zwei Australierinnen und ein Österreicher, aber auch ein Serbe kommt – wenn auch nicht im Interview, so doch in einem kurzen, aber sehr originellen Monolog – zu Wort. Als Interviewthema habe ich ich die immer gleichen Fragen an die Teilnehmer gestellt: Warum macht man so etwas? Wie sieht das Leben, der Alltag auf der TID aus? Verändert Dich die Tour? Was vermisst Du? Was gefällt Dir an der Tour, und was nicht, etc. Dabei werden die Fragen nicht im Film zu hören sein, sondern nur das, was die Menschen dann erzählen. Aber da jede und jeder andere Antworten auf diese immer gleichen Fragen hatte, ist das Ergebnis sehr spannend und interessant geworden.”

Von seiner Extremwanderung im Einer auf der Donau hat Daniel Weißbrodt mehr als 40 Stunden filmisches Rohmaterial mitgebracht. Anschließend hat er alles gesichtet, thematisch geordnet, einen Trailer produziert und mit dem Schnitt begonnen. Der nächste Schritt, die professionelle Produktion eines etwa 90-minütigen Dokumentarfilms, kostet Geld. Zur Finanzierung seines Films startete er Anfang dieses Jahres eine Crowdfunding-Kampagne bei VisionBakery.  Bis zum 31.03.2014 kamen von 262 Unterstützern € 19.378 zusammen. Das Fundingziel wurde leicht übertroffen.

Crowdfunding Erfahrungsbericht

Wolfgang Gumpelmaiers Ununi.tv war am 06.05.2014 mit Daniel Weißbrodt im Gespräch. Daniel lebt in Leipzig und hob die räumliche Nähe zu der ebenfalls in Leipzig sitzenden VisionBakery hervor. Die kurzen Wege seien oft genutzt worden, etwa einmal pro Woche. Auch beim Crowdfunding gilt offenbar “all business is local”. Die Kampagne begann im Februar 2014 und bereits im November 2013 hatte Daniel Weißbrodt mit der Vorbereitung begonnen: Wer kommt als Unterstützer in Frage? Welche Kommunikationskanäle sollen genutzt werden?  Er hatte zu diesem Zeitpunkt auch Konzepte für Blogbeiträge entwickelt, um das Crowdfunding proaktiv zu begleiten und die Interessenten laufend zu informieren. Zweite Erkenntnis: Transparenz ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Auf die Frage, wieviel der 262 Unterstützer Fremde waren, die er durchs eine Aktivitäten während der Kampagne überzeugen konnte, nannte Daniel eine Quote von etwa 50 Prozent. Umkehrschluss: Mehr als 100 Geldgeber waren Freunde und Bekannte, vielleicht auch Familienmitglieder. Dritte Erkenntnis: Wer es schafft, sein direktes Umfeld vom Crowdfunding zu überzeugen, wird höchstwahrscheinlich mit Erfolg abschließen.

Ein besonderes Highlight der Kampagne: Daniel hatte durch einen Bekannten von den Möglichkeiten der alternativen Finanzierungsform Crowdfunding gehört. Obwohl es also seine allererste Kampagne war, gelang ihm ein innovativer Ansatz: Die Belohnungen der Geldgeber waren zielgruppenorientiert. Ein Beispiel: Der Reward für Beträge ab € 300 richtete sich an Wassersportvereine: “Du möchtest, dass ich mit dem Film zu Dir und Deinen Freunden, in Euren Verein oder Euern Club komme? Wir sehen uns den Film gemeinsam an und diskutieren im Anschluss darüber, Ihr könnt mir Eure Fragen stellen und persönlich erfahren, wie es zu diesem Film kam, was die Schwierigkeiten und die Herausforderungen gewesen sind, und wie es ist, ein Projekt wie dieses auf die Beine zu stellen und durchzuführen.” Das Interesse war schnell geweckt. Immerhin sieben Vereine stellten diesen relativ hohen Betrag zur Verfügung und bekommen dafür einen tollen Filmvortrag über die Tour International Danubien.

Im November 2014 ist Premiere. Also dranbleiben!

Ununi.tv

Kajak-Tagebücher

Fotogalerie Werner Nowak

Vision Bakery

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