ResponseSource für Fragen zum Crowdfunding

CrowdFundBeat.de , 02.07.2014 – Journalisten, die unter Zeitdruck stehen und Fragen zum Crowdfunding haben, können den Recherchedienst ResponseSource nutzen, der seit einem Jahr auch in Deutschland verfügbar ist. ResponseSource hat diese noch recht junge Finanzierungsform aufgegriffen und zwei fachkundige Journalisten befragt: Stephan Dörner, Techredakteur beim Wall  Street Journal Deutschland, und Eric Schreyer, Herausgeber von CrowdFundBeat Deutschland; zwei anglophile Kollegen, die sich schon früh mit Crowdfunding auseinandergesetzt haben.

Auf die Frage nach der Rolle des Crowdfunding bei der Finanzierung journalistischer Projekte sieht Stephan Dörner gleich in zweifacher Hinsicht ein Trittbrettfahrer-Problem, das allerdings bei tief recherchierten Reportagen nicht zum Tragen käme: “Journalismus hat durch seine aufklärerische Wirkung einen positiven Effekt, beispielsweise für das Aufdecken von Skandalen, von dem die gesamte Gesellschaft profitiert. Dass beispielsweise ein Müllskandal in meiner Heimatstadt aufgedeckt wird – davon profitiere ich, ob ich das entsprechende journalistische Projekt finanziell unterstütze oder nicht. Ökonomen nennen das ein „Trittbrettfahrer-Problem“ – es fehlt zumindest der egoistische Antrieb, das Geld zu bezahlen. Und sollten crowdfinanzierte Journalisten beispielsweise sehr wichtige Informationen exklusiv recherchieren, werden diese Erkenntnisse sehr schnell auch von anderen Medien aufgegriffen, sodass ihre Leser ebenfalls profitieren – ohne zu Bezahlen. Der unbeschränkte Fluss von Informationen ist auch wichtig in einer freien Gesellschaft. Auch hier sehe ich ein Trittbrettfahrer-Problem. Crowdfinanzierter Journalismus funktioniert aus meiner Sicht daher vor allem für eine bestimmte Mediengattung: Die tief recherchierte Reportage. Für investigativen Nachrichten-Journalismus sehe ich dagegen – ähnlich wie bei anderen Paid-Content-Modellen – kein Modell in der Crowdfinanzierung.”

Eric Schreyer von CrowdFundBeat Deutschland zu der Frage, ob Crowdfunding ein geeignetes Mittel sei, für journalistische Qualität und Vielfalt zu sorgen: “Ende April wurden in Äthiopien sechs junge Blogger sowie drei freie Journalisten verhaftet. Dort werden sie bis heute ohne Anklage festgehalten. Es wurde über erste Folterungen berichtet. Die Angehörigen sind verzweifelt. Global Voices rief zu einem Tweet-a-thon mit dem Hashtag #FreeZone9Bloggers auf, der von Bloggern aus aller Welt unterstützt worden ist. Die für Meinungs- und Pressefreiheit kämpfende Nichtregierungsorganisation Article 19 beklagte am 11. Juni 2014 bei einer Anhörung des UN-Menschenrechtsrats das Schicksal dieser neun Kollegen. Aber die etablierten Medien schweigen. Es gibt keine Hintergrundinformationen, keine Kommentare, nicht einmal eine Meldung. Dieses Thema passt nicht in die Strategie des Klickstrecken-Journalismus mit Google-getriebenen Geschichten. Ich finde das beschämend. Durch Crowdfunding finanzierte, verlagsunabhängige und werbefreie Publikationen können sich um derartige Themen kümmern.”

Dass sich Journalisten häufig wenig mit dem Netz auseinander setzen, ist nicht nur ein Generationenproblem

Crowdfunding schafft Freiräume

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