“Lex Prokon” soll auf Crowdinvesting angewendet werden

CrowdFundBeat.de Eric Schreyer, 04.08.2014 – Die enttäuschende Insolvenz von Prokon hat viele Anleger um ihr Erspartes gebracht. Nicht selten wurde “alles auf eine Karte gesetzt”, wenn vermeintlich sichere Genussscheine für Windkraftprojekte der Altersversorgung dienen sollten. Der Markt für Genussscheine ist weitgehend unreguliert. Auch für das noch junge Crowdinvesting, bei dem sich Mikroinvestoren am Erfolg vielversprechender Startups beteiligen, gibt es keine spezifische Finanzaufsicht. Die Bundesregierung hat jetzt darauf reagiert und einen Referentenentwurf für ein Kleinanlegerschutzgesetz vorgelegt. Aus der Begründung:

“In jüngster Zeit haben Anleger durch Investitionen in Vermögensanlagen erhebliche Vermögenseinbußen erlitten, indem sie in Produkte investierten, die nur einer eingeschränkten Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterlagen. Die eingetretenen Vermögensschäden beruhten auch auf der fehlerhaften Annahme der Anleger, hohe Renditen könnten ohne Risiko erreicht werden. Als Folge dieser irrigen Annahme wurde nicht nur das Vertrauen der betroffenen Privatanleger, sondern auch das Vertrauen nicht unmittelbar betroffener Anleger in den Finanzmarkt betroffen. Damit stellt sich erneut die Frage, wie und in welchem Umfang der Schutz von Anlegern weiter verbessert werden kann.”

Der Gesetzentwurf enthält im Wesentlichen Vorgaben zur

  • Konkretisierung und Erweiterung der Prospektpflicht,
  • Ergänzende Angaben zu personellen Verflechtungen der Initiatoren,
  • Pflicht, auch nach Beendigung des öffentlichen Angebots für Vermögensanlagen bestimmte Informationen mitzuteilen,
  • Einführung einer Mindestlaufzeit der Vermögensanlage, Einführung eines Product Governance-Prozesses,
  • Verschärfung der Rechnungslegungspflichten.

Ausnahmeregelung für das Crowdinvesting

  • Es muss kein Vermögensanlageprospekt erstellt werden, sofern es sich um eine Vermögensanlage handelt, die je Anbieter den einzuwerbenden Gesamtbetrag von 1 Million Euro nicht übersteigt und bei denen ein Anleger einen Anteil oder Anteile im Gesamtwert von nicht mehr als 10.000 Euro erwerben kann. Keine Befreiung ist für diese Vermögensanlagen allerdings im Hinblick auf die Pflicht zur Erstellung eines Vermögensanlagen-Informationsblatts vorgesehen.

Die Bundesregierung vertritt die Auffassung, dass im Crowdinvesting darüber hinaus Regulierungsbedarf besteht.  Deshalb soll die neue Vorschrift bis Ende 2016 unter Berücksichtigung der europäischen Entwicklung überprüft werden.

Kleinanlegerschutzgesetz

Crowdinvesting: BaFin vergreift sich in der Wortwahl

 

Tags: , , , , ,

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *


Parse error: syntax error, unexpected ';' in /home/content/68/10442368/html/de/wp-content/themes/magazine-basic/footer.php on line 6